Das Museum bleibt vom 2. August bis Ende November 2010 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Wiedereröffnung mit der Sonderausstellung
"Albert Anker - Schöne Welt. Zum 100. Todestag"
Ende November bis 6. März 2011.

Im Dialog - die zwei Sammlungen Oskar Reinhart, Winterthur 
Vom 19. Februar 2009 bis zum 1. August 2010 werden die beiden Museen des Sammlers Oskar Reinhart in Winterthur temporär zusammengeführt. Die Renovation der Villa "Am Römerholz" schafft die einmalige Gelegenheit, einen grossen Teil der weltberühmten Bilder alter Meister und französischer Impressionisten im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur zu zeigen. Dort treten sie mit Reinharts Bildern deutscher und schweizerischer Maler in einen spannenden Dialog.

Anselm Feuerbach (1828 - 1880)
Iphigenie, 1870
Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

Jean Auguste Dominique Ingres
(1780 - 1867)
Bildnis von Delphine Ingres-Ramel, 1859
Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz

Die gemeinsame Ausstellung der beiden Sammlungen von Oskar Reinhart
(1885-1965) in Winterthur ist ein einzigartiges Ereignis, das sich in dieser Form auf Jahrzehnte hinaus nicht wird wiederholen lassen. Nach der Renovation von Galerie und Wohnhaus der Sammlung Oskar Reinhart "Am Römerholz" werden die Bilder in Übereinstimmung mit dem Wunsch des Sammlers wieder dauerhaft dorthin zurückkehren. Für die Zeit der Ausstellung "Im Dialog - die zwei Sammlungen Oskar Reinhart, Winterthur" sind die Bilder, die Oskar Reinhart zwischen 1920 und 1960 gesammelt hat, wieder einmal als historisch gewachsenes Ensemble zu erleben. Zum ersten Mal ist es damit auch möglich, den Sammler selbst zum Mittelpunkt einer Ausstellung zu machen.

Oskar Reinharts grosse Bedeutung als Sammler beruht nicht zuletzt darauf, dass er nach 1920 als einer der ganz Wenigen seine Aufmerksamkeit weiterhin auch deutschen Künstlern schenkte - zu einem Zeitpunkt, zu dem sich international der französische Impressionismus als alleiniger Ausgangspunkt der Moderne fest etabliert hatte. Nicht umsonst gelten die Gemälde und Zeichnungen im 1951 eröffneten Museum am Stadtgarten als das wichtigste Ensemble deutscher Kunst aus dem 19. Jahrhundert, das ausserhalb Deutschlands zusammen getragen wurde.

Arnold Böcklin (1827 - 1901)
Triton und Nereide, 1877
Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

Eugène Delacroix (1798 - 1863)
Tod der Ophelia, 1844
Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz

Parallelen augenfällig präsentiert
Die Ausstellung vereint rund 250 Bilder aus den beiden Sammlungen. Sie ist im ersten und zweiten Stockwerk des Museums Oskar Reinhart am Stadtgarten untergebracht und überwiegend thematisch gegliedert. Dies lässt die künstlerischen Kriterien von Oskar Reinharts Auswahl besonders deutlich hervortreten. Eine ausgeprägte Vorliebe für malerisch wirkende, flüssig gemalte Bilder lenkte Reinharts Aufmerksamkeit gezielt auf die Gattungen von Bildnis, Landschaft und Stillleben und auf Künstler, die sich schon zu ihren eigenen Zeiten intensiv über die Landesgrenzen hinweg ausgetauscht hatten. Neben den vielfältigen Bezügen zwischen den deutschen und den französischen Malern im 19. Jahrhundert klingt ein weiteres Thema an, das die Auswahl und die Präsentation in der "Römerholz"-Galerie seit jeher wesentlich mitbestimmt: Die verbindenden Elemente zwischen der Malerei der alten Meister und ihren Nachfolgern an der Schwelle zur Moderne.

Frank Buchser (1828 - 1890)
Landschaft bei Scarborough, 1874
Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

Alfred Sisley (1839 - 1899)
Beim Aquädukt von Louveciennes, 1876
Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die Wände, auf denen Bildnisse von Auguste Renoir, Wilhelm Leibl, Edouard Manet und Ferdinand Hodler oder Stillleben von Gustave Courbet und Hans Thoma zusammen finden. Sie sind alle fast gleichzeitig gemalt worden, werden aber in Museen kaum je unmittelbar nebeneinander gezeigt. Drei Säle vereinen Landschaften aus vier Jahrhunderten, erlauben aber auch, in Werken der Zeitgenossen Alfred Sisley und Frank Buchser oder Camille Pissarro und Wilhelm Trübner unerwartete Querbezüge zu entdecken. Wie aus einem eigenhändigen Hängekonzept des Sammlers hervorgeht, hingen die beiden Romantiker Eugène Delacroix und Arnold Böcklin auch in der "Römerholz"-Galerie zeitweise Seite an Seite. Erneut entfalten sie jetzt nebeneinander eine ganze Fülle literarischer und historischer Bezüge. Der "Realismus" als zentrale Bewegung in der bildenden Kunst um 1850 wird sich lange nicht mehr so eindrücklich als Bewegung von europäischem Zuschnitt zu erkennen geben, wie das in dem Saal der Fall ist, in dessen Mittelpunkt die unvergleichliche Courbet-Gruppe aus dem "Römerholz" zu sehen ist. Ganz vereinzelt wurde aus konservatorischen Gründen auf den Einbezug wichtiger Sammlungsgebiete verzichtet. So werden keine Zeichnungen und keine gotischen Tafelbilder gezeigt, und auch Honoré Daumier wird nicht in der Bedeutung zu sehen sein, die ihm der Sammler eigentlich beimass.

Carl Schuch (1846 - 1903)
Stillleben mit Wildente, um 1885/87
Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

Francisco de Goya (1746 - 1828)
Lachsstillleben, um 1808/12
Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz

Geschichte sorgfältig dokumentiert
Wichtige Bereiche der Ausstellung thematisieren die Geschichte der Sammlung und die Persönlichkeit des Sammlers. Eine Auswahl von Dokumenten aus dem reichhaltigen Archiv im "Römerholz" gibt Einblick in die Arbeitsweise Oskar Reinharts. Ausserdem verweist eine Porträtgalerie auf die mäzenatische Tradition der Familie. Schon der Vater des Sammlers, Theodor Reinhart, hatte als Inhaber des Handelshauses Gebrüder Volkart zeitgenössische Künstler unterstützt. Eine Gruppe von Bildern, namentlich von Genfer und Winterthurer Künstlern, belegen das Weiterleben dieser Tradition bei Oskar Reinhart. Der zur Ausstellung erscheinende Katalog enthält neben einer Geschichte der Sammlung Oskar Reinhart 20 Bilderpaare im Vergleich. Sie machen den Grundgedanken der Ausstellung und der Sammlung von Oskar Reinhart augenfällig - den Dialog, den europäische Maler seit fünfhundert Jahren über Epochen und Länder hinweg miteinander geführt haben.

Wilhelm Leibl (1844 - 1900)
Die Dorfpolitiker, 1877
Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten

Edouard Manet (1832 - 1883)
Im Café, 1878
Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz

Der grösste Teil der nicht in der "Dialog"-Ausstellung gezeigten Werke aus dem Bestand des Museums Oskar Reinhart am Stadtgarten bleibt im dritten Obergeschoss in Form einer Studienausstellung zugänglich.

Ansprachen Vernissage 18. Februar 2009
(im PDF-Format)

Bundesrat Pascal Couchepin
Gastkurator Lukas Gloor
Stadtpräsident Winterthur Ernst Wohlwend